Arzneimittelbetrug2017-08-14T13:50:20+00:00

Arzneimittelbetrug

Gefahr für Leib und Leben

Gefälschte Medikamente sind vorsätzlich und in betrügerischer Absicht falsch gekennzeichnet und genügen in keiner Weise den Ansprüchen an Qualität, Kontrolle, Wirksamkeit und Sicherheit. Im Gegenteil: Sie gefährden die Gesundheit jener Verbraucher, die auf wirksame Arzneimittel hoffen oder gar auf diese angewiesen sind. Trotz der sehr guten Gesundheitsversorgung können auch in Deutschland Patienten Opfer von Medikamentenfälschungen werden. Gefälschte Medikamente tauchen vor allem bei illegalen Online-Apotheken auf, finden jedoch auch regelmäßig den Weg in die legale Lieferkette von Arzneimittel- und Großhändlern. Im Visier der Fälscher sind die Produkte renommierter Arzneimittelhersteller ebenso wie Erzeugnisse der Generika-Produzenten.

Es gibt keine Grenzen – gefälscht wird alles, was sich verkaufen lässt: Bei den Fälschungen handelt es sich nicht nur um sogenannte rezeptfreie „Over The Counter“ Arzneimittel, sondern auch um verschreibungspflichtige Mittel gegen Bluthochdruck, Diabetes, Depression oder andere Erkrankungen. Fälschung ist dabei nicht gleich Fälschung: Die Palette reicht von Präparaten in gefälschter Verpackung bis zu solchen, die keinerlei Wirkstoffe, falsche Wirkstoffkombinationen oder die vielfache Menge eines Wirkstoffs enthalten. Letztere machen mit 60 Prozent den Löwenanteil der Fälschungen aus. Im schlimmsten Fall gefährdet dies nicht nur die Gesundheit der Patienten, sondern kann auch zum Tod der Konsumenten führen. Für die Kriminellen ist die Fälschung von Arzneimitteln jedoch ein besonders lukratives Geschäft und mittlerweile um ein vielfaches profitabler als der Handel mit Drogen oder gefälschten Zigaretten.

Was tut die Industrie?

Produktpiraterie und Schmuggel kann nur länderübergreifend wirksam bekämpft werden. Auf Basis der hohen Gefährdungslage für die Patienten und des großen Marktes für gefälschte pharmazeutische Produkte, erließ die Europäische Kommission im Jahr 2008 die „Falsified Medicines Directive“ (2011/62/EU, kurz FMD). Ziel der Fälschungsschutzrichtlinie und der dazugehörenden delegierten Verordnungen ist der Schutz des Patienten vor gefälschten Arzneimitteln in der legalen Lieferkette. Die Richtlinie sieht unter anderem verpflichtende Sicherheitsmerkmale auf Medikamentenverpackungen sowie ein System zur Überprüfung der Echtheit von Medikamenten vor. Damit soll verhindert werden, dass gefälschte Arzneimittel in die Wertschöpfungs- und Lieferkette eingebracht werden.

Im Kampf gegen die Fälschung ihrer Produkte sind die Unternehmen der Pharmabranche aufgrund ihrer großen Verantwortung gegenüber den Verbrauchern besonders gefordert. Neben technischen Maßnahmen, wie der Serialisierung der Produkte, gehört zum Patientenschutz auch eine ausführliche Aufklärungsarbeit und eine breite Kooperation mit den Behörden. Diese und weitere Möglichkeiten werden innerhalb der IISW diskutiert, um die Sicherheit der Konsumenten und der Produkte weiter zu erhöhen.

News