Digitale Risiken mitdenken!

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Digitale Risiken mitdenken!

Bei der Ausarbeitung von Vorhaben in den Bereichen Verbrauchersicherheit, Gesundheit und Umwelt bezieht die Europäische Kommission unabhängige wissenschaftliche Ausschüsse mit ein, die ihr wissenschaftliche Gutachten zur Verfügung stellen und ihre Aufmerksamkeit auf neue und neu auftretende Probleme lenken. Darunter auch das “Scientific Committees on Consumer Safety on Health, Environment and Emerging Risks“ (SCHEER).

Das SCHEER gibt auf Ersuchen der Dienststellen der Europäischen Kommission Stellungnahmen zu Fragen der Gesundheit, der Umwelt und neu auftretenden Risiken ab – insbesondere im Zusammenhang mit neu auftretenden oder neu identifizierten Gesundheits- und Umweltrisiken sowie in Fragen der Verbrauchersicherheit und öffentlichen Gesundheit.

Vor kurzem hat das Komitee einen Bericht veröffentlich, der neue Risiko-Fälle im „Non-Food-Bereich“ auflistet. Natürlich entspricht die Liste des Komitees nicht der Meinung der EU-Kommission. Dennoch soll es, so das erklärte Ziel des Papiers, die Aufmerksamkeit der Kommission auf die beschriebenen Risiken lenken. Aus Aufmerksamkeit und wohl verstandenem Risikobewusstsein werden nicht selten Gesetze und Richtlinien. Auch in diesem Fall könnte die EU-Kommission die beschriebenen Risikofelder näher unter die Lupe nehmen.

Woran die EU-Kommission in Zukunft denken soll, wenn es um neue Risiken geht, ist tatsächlich sehr umfassend: Die Liste reicht von der Gefahr von Handys und Tablets, über Augmented Reality, die Übertragungstechnologie 5G, bzw. ihre elektromagnetische Strahlung und Chemikalien in recycelten Produkten bis hin zu E-Zigaretten, RNA-Sprays und anderen Pestiziden sowie die synthetische Biologie und die Gefahr des ausgeweiteten Biohackings. Sowohl die Europäische Kommission als auch der gemeine Leser sollte sich bei der Lektüre stets vor Augen halten, dass alle neuen Technologien Chancen und Risiken gleichermaßen bergen. Risikovorsorge muss jedoch immanenter Bestandteil jeder Betrachtung neuartiger Technologien und Möglichkeiten sein.

Leider verengt die SCHEER-Liste den Fokus ein wenig auf bereits präsente gesellschaftspolitische Ängste und Befürchtungen. Es beschleicht einen das Gefühl, die beteiligten Experten hätten aufmerksam die öffentliche Berichterstattung in populärwissenschaftlichen Medien gelesen und kurz zusammengefasst, worüber sich Journalisten und Wissenschaftler ohnehin die Köpfe zerbrechen. Einen wichtigen Bereich hingegen blendet das Komitee aus: Das „Internet of Things“. Dabei wären Regelungen in diesem Bereich so wichtig. Bislang ist nicht geklärt, wer verantwortlich ist, wenn es im Internet der Dinge mal schief läuft. Ein Problembewusstsein im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist ebenso unterentwickelt. Hier herrscht Nachholbedarf.

Den Bericht finden Sie hier.

Katalog der Ängste

2019-01-21T15:03:09+00:0021. Januar 2019|Digitale Sicherheit, News, Online-Handel|