Diskussion zu 360° Sicherheit im Handel: Sicherheit gemeinsam schaffen.

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Diskussion zu 360° Sicherheit im Handel: Sicherheit gemeinsam schaffen.

Gemeinsam mit dem österreichischen Handelsverband und dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) lud die Initiative Innovationskraft für Sicherheit in der Wirtschaft (IISW) am 29. November 2018 zur „[handels]zone – 360° Sicherheit im Handel“ nach Wien. Die Diskussion zeigte: Sicherheit im Handel hat viele Facetten. E-Commerce kann dabei ein Sicherheitsfaktor sein.

Kurz vor der Veranstaltung wurde Österreichs neue Kriminalstatistik veröffentlicht: Pro Stunde werden landesweit durchschnittlich 54 Straftaten registriert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer, also die Straftaten, die die Polizei nicht erfasst, weil sie nicht erkannt oder gemeldet werden.

Sicherheit beschäftigt aber nicht nur Privatpersonen und den Staat selbst, sondern auch Unternehmen. Auch die Handelsbranche muss sich mit dem Problem beschäftigen, wenn diese Straftaten in seinen Geschäften stattfinden, er unter anderem durch Diebstahl selbst betroffen ist oder sich (zunehmend) die kriminellen Tätigkeiten in den Onlinebereich verlagern. In seinem Eingangsstatement betonte Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, dass auch Versorgungssicherheit durch den Handel zur kritischen Infrastruktur gehört und eine der vielen Facetten von Sicherheit darstellt.

Foto: Ines Futterknecht (www.inesfutterknecht.com)

Die Polizei sucht in Österreich schon seit Längerem die Kooperation mit der Zivilbevölkerung und dabei ausdrücklich auch mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Denn, so Petra Warisch von der Abteilung Kriminalprävention im BKA: „Mit unserer Initiative „GEMEINSAM.SICHER“ soll das Ungleichgewicht zwischen objektiver Sicherheit und dem (subjektiven) Sicherheitsgefühl aufgehoben werden. Mit polizeilicher Aufklärung, Vorbeugung und Bürgerbeteiligung schaffen wir Lösungen in strategisch kooperativen Projekten. Im Rahmen des sogenannten „Community-Policing“-Ansatz sollen Kooperationspartner aus allen Bereichen gefunden und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe etabliert werden. Daher ist auch der Handelsverband seit 2016 Teil der Initiative und damit von Beginn an dabei. Die Initiative heißt „GEMEINSAM.SICHER beim Einkaufen“.

E-Commerce als Sicherheitsfaktor

Sicher fühlen sich auch, trotz aller Vorbehalte, immer mehr Kunden beim Kauf im Internet. Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des deutschen Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) brachte frische Statistiken aus Deutschland mit. Demnach wurden 2017 im E-Commerce allein im Geschäft mit Endkunden 58,4 Mrd. Euro umgesetzt. „Jeder achte Euro im Einzelhandel wird bereits online umgesetzt“, so Wenk-Fischer. „Aktuelle Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor, weil das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft aktuell noch läuft – aber wir gehen auch in diesem Jahr wieder von zweistelligen Prozentzahlen beim Umsatzwachstum aus.“

Mit der Veröffentlichung des „Weißbuchs Versorgung“ betont der bevh eine ganz andere Sicht auf das Thema der Sicherheit, die doch sehr berechtigt ist. Flexible Onlineanbieter können schließlich ohne Aufwände ihre Ware auch dort anbieten, wo in gering bevölkerten Gegenden ein stationärer Einzelhandel nicht lohnt. „Dort, wo ‚Tante Emma‘ nicht mehr ist und kein Bus mehr hinkommt, leistet der E-Commerce immer stärker seinen Beitrag zur Grundversorgung der Bevölkerung. Er hilft bei der möglichen Revitalisierung strukturschwacher Räume. Das gilt nicht nur für den Einkauf, sondern auch für Dienstleistungen, Kultur und Gesundheitsfürsorge“, so Christoph Wenk-Fischer. Dass der Bedarf an einer Versorgung ländlicher Gebiete durch e-commerce an Bedeutung gewinnt, zeigt sich beispielsweise darin, dass früher ein Supermarkt bei einem Einzugsgebiet von 3.500 Einwohnern eröffnet wurde und heute erst bei 5.000 Einwohnern. Darüber hinaus beträgt läut Wenk-Fischer die durchscnittliche Distanz zum Supermarkt am flachen Land fünf Kilometer.

Auch Robert Spevak, Department Manager Audit and Security bei Metro, äußert sich in seinem Vortrag zum Thema Sicherheit. Für Metro sind viele Aspekte der Sicherheit wichtig: Lebensmittelsicherheit, Mitarbeiter-Sicherheit, Produkt-Sicherheit, Laden-Diebstahl, usw. – das Thema der Ladensicherheit und Diebstahlprävention stünde dabei natürlich ganz zentral im Fokus der Metro. Aber auch mit der Teilnahme an einer Simulation zur kritischen Infrastruktur in Kärnten habe man sich mit dem Thema der Versorgungssicherheit auseinander gesetzt und neben der Simulation eines Stromausfalls wurde das dazugehörige Krisenmanagement geprobt.

Foto: Ines Futterknecht (www.inesfutterknecht.com)

In der anschließenden Diskussion machte Thomas Franke, Leiter der IISW, darauf aufmerksam, dass es eben auch wichtig ist, solche Aspekte zu betonen. „Natürlich gibt es Sicherheitsrisiken im Handel und man muss ihnen begegnen, online wie auch offline, also im stationären Handel. Dabei kommt es aber darauf an, über die richtigen Lösungen zu sprechen und nicht, die Kundinnen und Kunden zu verunsichern.“ Für alle Beteiligten an der Diskussion sind solche Initiativen, wie die von „GEMEINSAM.SICHER“ eine gute Maßnahme. Sie hilft der Polizei, präventive Maßnahmen zu treffen und sie gibt den Kundinnen und Kunden das Vertrauen, dass Handel und Polizei Hand in Hand arbeiten, um die Gefährdungen einzudämmen.

Ob „GEMEINSAM.SICHER“ auch etwas für Deutschland wäre, will die IISW in den kommenden Monaten herausfinden. Mehr Kooperation zwischen Unternehmen, Zivilgesellschaft und Polizeien täte auch Deutschland gut. Hier weisen die Kriminalstatistiken der letzten Jahre rund 700 registrierte Straftaten aus – pro Stunde.

2019-02-06T17:20:23+00:0016. Januar 2019|Digitale Sicherheit, News, Online-Handel, Unkategorisiert|