Big Data – und was nun?

//Big Data – und was nun?

Big Data – und was nun?

„Daten sind das Öl der Zukunft“, so heißt es. Eine neue Umfrage zeigt, dass Manager die die Fülle an Daten gar nicht in dem Maße nutzen. Das „Internet of Things“ (IoT) soll angetrieben werden von einem „Öl“, das in Unternehmen und Behörden noch oftmals nicht wertgeschätzt wird.

Seit Jahren hält der Boom an: die Menge an Daten wächst exponentiell. Wenn auch Daten nicht zu „Öl“ werden können, sind Bits und Bytes das in kleinste Segmente aufgelöste Wissen der Menschheit. Und dieses Wissen wächst rasant. Bis zum Jahr 2025 – also in knapp sieben Jahren – soll die Menschheit im Besitz von rund 163 Zettabyte sein. In Zahlen: 163.000.000.000.000.000.000.000.

Kein Bereich des Lebens im Privaten oder in der Wirtschaft entkommt diesem Daten-Tsunami. Die Bewegungsprofile von Menschen werden ebenso erhoben wie die von Gütern bis hin zu einzelnen Paketen. Fährt ein Containerschiff von Asien nach Europa, hinterlässt es nicht nur eine Spur von dreckiger Luft, sondern zieht einen ebensolchen Strom neu entstandener Daten hinter sich her. Ganz im Gegensatz zum herkömmlichen Öl sind die Ressourcen bei den Daten nicht begrenzt. Der Strom der Daten wird sekündlich breiter. Die Rede von der „Bandbreite“ bei Datenübertragungen veranschaulicht dies ganz gut. Immer breitere Datenautobahnen sollen für einen reibungslosen Durchfluss sorgen.

Dabei ist es geradezu erschreckend, wie wenig diese Daten genutzt werden. Denn der übergroße Wust an Daten ist die eine Seite der Medaille. Die Kehrseite: die Daten müssen auch ausgewertet und „verstanden“ werden. Dies ist Kernbestandteil der Datenanalyse. Mithilfe dieser Disziplin können aus Bits und Bytes wieder für Menschen verständliche Informationen werden. Die Firma „Teradata“ hat zusammen mit „Vanson Bourne“ 260 Senior-Entscheider der weltgrößten Unternehmen befragt, inwieweit diese überhaupt ihre eigenen Unternehmensdaten als Grundlage für Entscheidungen heranziehen. Gerade einmal 23 Prozent der Entscheider in den oberen Etagen der Unternehmen ziehen Data Analytics bei der Entscheidungsfindung hinzu. Rund zwei Drittel der Unternehmen, die in Datenanalysetools investieren, stellen für sich fest, dass die verwendeten Technologien „komplex“ seien. 42 Prozent der Befragten stellen für sich fest, dass es „nicht einfach für alle Angestellten ist, die Tools zu verstehen“.

Diese Ergebnisse zeigen, dass ökonomisches Potenzial ungenutzt bleibt. Denn Daten generieren sich nicht von allein. Sie müssen „entstehen“. Dabei können Firmen nicht immer selbst entscheiden, ob sie die Daten erheben möchten. Aufgrund von Gesetzen werden immer neue Rechenschafts- und Aufbewahrungspflichten auferlegt. Es müssen Tracking & Trace Systeme eingeführt werden, die diese Daten produzieren, es muss Übertragungswege geben, die diese Daten transportieren, es muss Speichermedien geben, die diese Daten aufbewahren – nur, um dann am Ende auf Festplatten ein nie ausgewertetes Dasein zu fristen? Nur, weil die Tools zur Datenanalyse „komplex“ und schwer verständlich sind? Nicht zuletzt kostet die Datenerhebung eine Menge Strom, Zeit und Investitionen. Allein die Blockchain-Technologie ist als Stromfresser bekannt und ohnehin eine kostspielige Version von Sicherheit und Fälschungsschutz.

Einst erhobene und letztlich nicht genutzte Daten sind eine ökonomische und ökologische Katastrophe. Sie schaden den Unternehmen, die Zeit und Investitionen in die Datenerhebung stecken (müssen) und sie führen dennoch zu keinem Erkenntnisgewinn, wenn die Daten nicht ausgewertet werden. Diese ökonomische und ökologische Katastrophe ungenutzten (Daten-)Wissens geschieht im Verborgenen. Weniger besorgniserregend ist sie deswegen nicht.

Die Studie von Teradata finden Sie hier.

2018-11-20T09:45:16+00:0019. November 2018|News|