Global Illicit Trade Index: Grundlage für eine bessere Politik gegen illegalen Handel

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Global Illicit Trade Index: Grundlage für eine bessere Politik gegen illegalen Handel

IISW-Partner TRACIT (Transnationale Allianz zur Bekämpfung des illegalen Handels) hat Kolumbien aufgefordert die eigenen Gesetze im Kampf gegen den illegalen Handel besser durchzusetzen. Grundlage waren die Ergebnisse des „Global Illicit Trade Index“, der von TRACIT und der Economist Intelligence Unit erstellt wurde.

TRACIT hat Kolumbien aufgefordert, stärker mit dem Privatsektor zusammenzuarbeiten, um ein umfassendes und wirksames Programm zur Bekämpfung des illegalen Handels zu entwickeln. Denn der illegale Handel mit Waren schadet den Unternehmen, Arbeitnehmern, Verbrauchern und Regierungen .

TRACIT stützt sich dabei auf den „Global Illicit Trade Environment Index“, den es bei der Economist Intelligence Unit (EIU) beauftragt hat (wir berichteten). Der Index bewertet unter 84 Ländern das Ausmaß, in dem die Staaten den illegalen Handel ermöglichen oder verhindern. Kolumbien liegt auf Platz 43 – insbesondere wegen offener Fragen zur Transparenz und Regulierung seiner Freihandelszonen (FTZs). „Der Index liefert politischen Entscheidungsträgern wichtige Argumente, um die lokalen Vorschriften zu verbessern und den Anstieg des illegalen Handels zu stoppen, der diese Region überschwemmt und die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten gefährdet“, sagt Cindy Braddon, Pressesprecherin von TRACIT.

Die EIU veröffentlichte ebenfalls einen Freihandelszonenbericht, der Fallstudien über die Freihandelszonen von Colon in Panama, die Corozal Free Zone in Belize und die Maicao Special Customs Zone in Kolumbien enthält. „Der illegale Handel ist in der Region stark ausgeprägt. Er wächst und gedeiht durch eine ineffiziente Verwaltung der drei großen Zonen“, erklärte Braddon. „Zweifelhafte Umschlagpraktiken, falsche Etikettierung und gefälschte Rechnungen ermöglichen es illegalen Händlern, Sanktionen, Handelszölle und Vorschriften zu umgehen, indem sie die Identität des Herkunftslandes oder die Art der Waren sowie deren Zielländer vertuschen. Kriminelle nutzen die nicht regulierten Freihandelszonen, um Produkte aus Rohstoffen oder Teilkomponenten herzustellen oder zusammenzustellen und dann die endgültigen illegalen Produkte für den weiteren Versand zu verpacken oder umzupacken.“

Basierend auf den Erkenntnissen des „Global Illicit Trade Environment Index“ hat TRACIT drei wichtige Empfehlungen an Kolumbien gerichtet:

  • Qualifizierung der Beamten und Ausstattung der Verwaltung zur besseren Umsetzung und Durchsetzung von Gesetzen und Vorschriften.
  • Stärken der behördenübergreifenden Zusammenarbeit, insbesondere zwischen Strafverfolgungs- und Zollbehörden sowie die Benennung eines Koordinators für den illegalen Handel, der die Koordinierung der wichtigsten Behörden überwacht.
  • Steuerpolitik und Behördenhandeln verbessern, um illegalen Geschäften keine Vorteile gegenüber rechtschaffenden Unternehmen einzuräumen.

In Bezug auf Freihandelszonen fordert TRACIT die Regierungen der Region zu folgenden Maßnahmen auf:

  • Freihandelszonen müssen in der Zuständigkeit des nationalen Zolls liegen. Den nationalen Zoll- und der Strafverfolgung muss es möglich sein, lokale Gesetze durchzusetzen;
  • Umsetzung verbindlicher Due Diligence-Maßnahmen, die von einem Regierungsbüro überwacht werden.
  • Höhere Investitionen in die Instandsetzung und Modernisierung der Hafeninfrastruktur.

Um den Prozess zu initiieren, fordert TRACIT die Einrichtung einer regionalen, grenzüberschreitenden und multilateralen Expertengruppe aus Wirtschaft, nationalen Regierungen und der internationalen Gemeinschaft, um den illegalen Handel in der Region effektiv und nachhaltig zu bekämpfen.

2018-10-31T15:56:34+00:0031. Oktober 2018|Lieferkettensicherheit, News|