EU-Minister für mehr Investitionen in eHealth

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EU-Minister für mehr Investitionen in eHealth

Österreich führt derzeit die EU-Ratspräsidentschaft unter dem Motto „Für ein Europa, das schützt“. Was gibt es Wichtigeres, als die Gesundheit der EU-Bürger zu schützen? Darüber diskutierten die zuständigen Ministerinnen und Minister am 10. und 11. September bei ihrem informellen Treffen in Wien. Die IISW hat das Treffen begleitet.

„Wir können positiv festhalten, dass wir als Mitgliedstaaten der Europäischen Union im Bereich eHealth – oder digital health – nicht am Anfang stehen“, betonten die Ministerinnen und Minister wie auch die Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Institutionen. Das beschreibt positiv den Sachstand, dass eben vieles noch nicht zu Ende gedacht, beziehungsweise gemacht ist. Kern des Meetings in Wien waren daher auch die nötigen Investments in digitale Gesundheit. Die Potenziale sind riesig. Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, betonte das enorme Entwicklungspotential für die Volksgesundheit der EU-Bürgerinnen und Bürger: „Viele benutzen schon eine Fitness-App in ihrem täglichen Leben. So etwas gibt uns die Möglichkeit, in der Medizin immer mehr in den Bereich der Prävention und Vorsorge zu kommen.“

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Die aktuelle Situation ist ernüchternd. Die Digitalisierung in der Medizin krankt derzeit an zwei Stellen: aus der Zeit gefallene Regelungsvorbehalte wie Datenschutzregeln sowie mangelnde Investitionen in eHealth. Öffentliche Gesundheitssysteme bekennen sich zwar zum Datenaustausch, um die Versorgungsqualität zu verbessern. Gleichwohl sind große Teile der real existierenden digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen nur sehr eingeschränkt zum Datenaustausch außerhalb ihrer jeweiligen Organisation geeignet. Dies betrifft insbesondere die Arztsoftware im niedergelassenen Bereich, aber auch viele IT-Systeme in den Krankenhäusern. Und vor allem: sie dürfen diesen Datenaustausch meist gar nicht vornehmen. Solange diese Barrieren einer tatsächlichen, faktischen interoperablen Infrastruktur, zum Beispiel durch Standards, einheitliche Formate und Vergleichbarkeiten nicht überwunden werden, bleiben die Optimierungspotentiale bei Versorgung von Patienten oder in der Forschung ungenutzt. EU-Kommissar Andriukaitis meint dazu kurz und knapp: „Wir müssen akzeptieren, dass viele der derzeit vorhandenen Lösungen einfach „out-of-date“ sind.“

Der österreichische Ratsvorsitz dazu: „Da ein starkes öffentliches Interesse am Austausch von Gesundheitsdaten besteht, muss auch die öffentliche Finanzierung der digitalen Infrastruktur von privaten und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen die Interoperabilität dieser Infrastruktur fördern. Ohne die Anreize einer öffentlichen Förderung wird es nicht zu einem interoperablen Eco-System im Bereich Gesundheit kommen.“

Dessen sind sich die europäischen Gesundheitsministerinnen und Minister offensichtlich bewusst. Daher wurde am Ende des informellen Treffens auch ein neuer Rahmenentwurf für EU-Förderungen innerhalb des „eHealth-Netzwerkes“ angekündigt. Er soll bis Mitte nächsten Jahres stehen. Er wird konkrete Maßnahmen für europaweite Förder- und Investitionsprogramme ausarbeiten. Das Ziel ist es, verschiedene Finanzierungsinstrumente zu erarbeiten, um eine möglichst große Wirkung bei den konkreten Gesundheitseinrichtungen zu erreichen.

2018-09-18T16:01:57+00:0012. September 2018|Digitale Sicherheit, News|