IISW diskutiert in Wien über Produktpiraterie und Schmuggel

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IISW diskutiert in Wien über Produktpiraterie und Schmuggel

Expertinnen und Experten diskutierten branchenübergreifend die Themen Produktpiraterie und Schmuggel. Einmal mehr wurde deutlich, dass ein vernetzter Ansatz für die Bekämpfung von Wirtschaftskriminellen essentiell ist, um innovative Lösungen effizient anwenden zu können. Für den thematischen Input sorgte Finanz-Staatssekretär MMag. DDr. Hubert Fuchs.

„Die organisierte Kriminalität ist das größte Unternehmen der Welt. Dieses Unternehmen finanziert weltweit Korruption, Diebstahl, Drogenhandel, Gewalt und Terror. Wirtschaftskriminelle und organisiertes Verbrechen stellen damit ein Risiko nicht nur für Unternehmen, sondern insbesondere für die Gesundheit und die Sicherheit der gesamten Bevölkerung dar. Darum ist es unerlässlich, dagegen anzukämpfen“, fand Thomas Franke, Leiter der Initiative Innovationskraft für Sicherheit in der Wirtschaft (IISW), klare Worte für den Sinn und seine persönlichen Beweggründe für die Gründung und die Arbeit der Initiative.

Finanz-Staatssekretär MMag. DDr. Hubert Fuchs (rechts) und Thomas Franke, Gründer und Leiter der IISW

Finanz-Staatssekretär Fuchs strich beim IISW-Frühstück ebenfalls die Bedeutsamkeit von Maßnahmen gegen Produktfälschungen und Schmuggel hervor. „Marken- und Produktpiraterie müssen ins Auge gefasst werden. Es geht hier um die Sicherheit der Bevölkerung, aber auch um den Schutz von Markenrechten und des geistigen Eigentums“, so der Finanz-Staatssekretär. Laut Fuchs konnte die Zollverwaltung erst vor Kurzem einen traurigen Rekord bei gefälschten Arzneimitteln verzeichnen. Fast 55.000 Pakete wurden beschlagnahmt – noch nie wurden so viele gefälschte Medikamente aufgegriffen. Die große Bedeutung des Schutzes von Marken und geistigen Eigentums unterstrich er auch mit dem Verweis auf eine Studie der Beobachtungsstelle der EUIPO. Dieser zufolge können 38% der Gesamtbeschäftigung in der EU direkt und indirekt den so genannten schutzrechtsintensiven Wirtschaftszweigen zugeordnet werden. Die EUIPO ist das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum. Die Studie zeigt auch, dass 42% der gesamten Wirtschaftsleistung in der EU auf schutzrechtsintensive Wirtschaftszweige entfallen.

Branchenübergreifender Expertenaustausch in ungezwungener Atmosphäre

Beim offenen und entspannten Austausch in exklusiver Runde durfte die IISW unter anderem Vertreterinnen und Vertreter aus den Branchen der Pharma, des Tabakhandels, der Logistik, der Apothekerschaft, dem Lebensmittelhandel sowie weitere Vertreter aus dem Ministerium für Finanzen und der internationalen Handelskammer begrüßen. Einigkeit herrschte insbesondere darüber, dass eine sichere und transparente Wirtschaft für den Endverbraucher innovative Lösungen und ein gutes Zusammenspiel aller Stakeholder aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft voraussetzt. Genau dafür setzt sich die IISW ein und fördert den Dialog und die Vernetzung zwischen betroffenen Stakeholdern.

Weitere Themen waren die Pläne der österreichischen Bundesregierung bzgl. Maßnahmen gegen Produktpiraterie und Schmuggel im Rahmen des österreichischen EU-Ratsvorsitzes von Juli bis Dezember 2018 und die 2019 in Kraft tretende EU-Direktive gegen Arzneimittelfälschungen – eine Thematik wie sie in ähnlicher Form auch die Tabakbranche mit der Tabakproduktrichtlinie betrifft. Auch die Herausforderungen des offenen Binnenmarktes bzgl. einer guten Kooperation mit anderen EU-Ländern waren ein Thema. Finanz-Staatssekretär Fuchs und IISW-Leiter Franke vereinbarten einen weiteren gemeinsamen Roundtable zu diesen Themen noch im Jahr 2018.

2018-06-21T17:29:08+00:0021. Juni 2018|Arzneimittelsicherheit, Lieferkettensicherheit, Logistik, News|