Illegaler Handel mit Öl und Kraftstoffen – IISW-Partner TRACIT fordert mehr Vernetzung und neue Strategien

Auf der ersten internationalen Konferenz zu Öl- und Kraftstoffdiebstahl in Genf (CH) wurden die negativen Auswirkungen des illegalen Erdölhandels und potentielle Lösungen diskutiert. Die Transnationale Allianz zur Bekämpfung des illegalen Handels (TRACIT), kündigte eine neue, sektorübergreifende Initiative an.

Vom 18. bis zum 19. April 2018 fand die erste internationale Konferenz zu Öl- und Kraftstoffdiebstahl in Genf statt, an der führende Wissenschaftler, Regierungsvertreter und Repräsentanten von Ölgesellschaften teilnahmen. „Jedes Jahr werden schätzungsweise 133 Milliarden Dollar an Treibstoff gestohlen, verfälscht oder gestreckt. Diese Formen des Subventionsmissbrauchs und der Steuerhinterziehung führen zu erheblichen Verlusten für die Staaten und ihren Bürgerinnen und Bürgern“, verdeutlicht Jeff Hardy, Generaldirektor von TRACIT, das Problem.

Um diese Entwicklung aufzuhalten, kündigte Hardy auf der Konferenz eine neue Initiative an, die Öl- und Kraftstoffdiebstahl in den sektorübergreifenden Ansatz von TRACIT zur Bekämpfung des illegalen Handels integrieren soll. Ferner forderte TRACIT eine stärkere, internationale Vernetzung bei der Verfolgung von Kraftstoffdiebstahl. Als Partner von TRACIT signalisierte die IISW bereits, sich in den Prozess einzubringen.

Mit der neuen Initiative setzt TRACIT ein wichtiges Zeichen, denn der internationale illegale Handel mit Öl und Kraftstoffen ist weitestgehend unkontrolliert und spielt sich im Schatten der internationalen Öffentlichkeit ab. Die Konferenzteilnehmer legten deshalb den Fokus auf die negativen Auswirkungen des Treibstoffdiebstahls für Unternehmen, Regierungen und die Umwelt. Sie betonten die Notwendigkeit neuer Strategien und Allianzen zur Bekämpfung des Problems.

Einen wesentlichen Beitrag können dabei technische Lösungen leisten. Kennzeichnungen von Kraftstoffen durch Marker können beispielsweise dem Kraftstoffbetrug vorbeugen und Steuerhinterziehung sowie Subventionsmissbrauch reduzieren. Das erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen, der Zivilgesellschaft und der Industrie.

TRACIT hat bereits konkrete Pläne und Maßnahmen entwickelt, die den illegalen Handel beschränken sollen. Die Schwerpunkte liegen u. a. auf der gezielten Ansprache von Schlüsselakteuren und auf der Verbesserung von Regulierungsstrukturen. Weitere wichtige Elemente sind eine angepasste Steuerpolitik sowie abschreckende, durchsetzbare Sanktionen. Nicht zuletzt müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher stärker aufgeklärt werden.

2018-05-02T14:13:03+00:00 2. Mai 2018|Lebensmittelsicherheit, Lieferkettensicherheit, News|