Laut Interpol sterben jährlich etwa 1 Million Menschen an gefälschten Arzneimitteln. 50% der über betrügerische Websites verkauften Arzneimittel gelten als gefälscht; ebenso bis zu 30% der in Schwellenländern verkauften Arzneimittel.

Arzneimittelfälschungen haben sich in den letzten Jahren weltweit zu einem ernsten Problem entwickelt. Sie bedrohen im schlimmsten Fall die Gesundheit und das Leben derjenigen, die dringend auf sie angewiesen sind. Um diesem Problem zu begegnen, treiben DHL und Accenture ein auf Blockchain basierendes Serialisierungsprojekt voran, das der pharmazeutischen Industrie vielversprechende Track-and-Trace-Möglichkeiten bietet. Serialisierung beschreibt den Prozess der Zuweisung einer eindeutigen Identität (z. B. einer Seriennummer) für jede Transporteinheit. Diese Identität wird dann mit Informationen über die Herkunft des Produkts, die Chargennummer und das Verfallsdatum verknüpft. Die Serialisierung ermöglicht es, eine Einheit zu jedem Zeitpunkt ihres Lebenszyklus zurückzuverfolgen. Von besonderer Bedeutung bei der Serialisierung ist die Aufrechterhaltung der Rückverfolgbarkeit und Transparenz – insbesondere wenn diese Einheiten für logistische Zwecke von Transportpunkt zu Transportpunkt auf Paletten umverpackt, aggregiert und anschließend wieder bis auf Einheitsebene für den Verbrauch disaggregiert werden.

Das “DHL/Accenture Proof-of-Concept” löst dieses Problem, indem es bei der Produktverifikation auf die Blockchain-Technologie zurückgreift. So lässt sich zeigen, dass pharmazeutische Produkte von legitimen Herstellern stammen, nicht gefälscht sind und während des gesamten Weges vom Ursprung bis zum Verbraucher korrekt behandelt wurden. Die Kooperation legt damit praxisnah dar, wie Endkunden die Legitimität und Integrität pharmazeutischer Produkte, insbesondere die Einhaltung von Handling-Anforderungen, überprüfen können. Dies gibt vor allem dem Endkunden die Sicherheit beim Kauf, dass seine Medikamente echt und in perfektem Zustand sind. Das Verfahren kann damit Leben retten.

Die Partner haben dazu einen Prototyp für eine Blockchain-Track-and-Trace-Serialisierung entwickelt, der ein globales Netzwerk von Knotenpunkten in sechs Regionen umfasst. Das System dokumentiert lückenlos jeden Schritt, den ein Paket zurücklegt. Alle logistischen Aktivitäten rund um ein Medikament sind dabei integrierbar – von der Produktion bis zum Einkauf.

Die Leistungsfähigkeit des Prototyps wurde im Labor simuliert. Anhand dieser Simulation wurde erprobt, wie die Blockchain-Technologie auch Volumina von mehr als 7 Milliarden individuellen pharmazeutischen Seriennummern und mehr als 1.500 Transaktionen pro Sekunde bewältigen kann. Das Projekt demonstriert eindrucksvoll einen wichtigen Anwendungsfall der Technologie. „Unser Proof-of-Concept hat gezeigt, welches Potential in der Blockchain-Technologie im Kampf gegen Arzneimittelfälschungen steckt. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir aktiv an der Weiterentwicklung der Lösung und kooperieren mit den wichtigsten Stakeholdern der Branche an der Operationalisierung des Konzepts“, so Keith Turner, CIO bei DHL Supply Chain.