Nur fünf Prozent der Unternehmen schöpfen Potentiale der Digitalisierung voll aus

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Nur fünf Prozent der Unternehmen schöpfen Potentiale der Digitalisierung voll aus

Das ist sie also, die Zukunft. Blockchain, Künstliche Intelligenz, Big Data und das Internet of Things werden heiß diskutiert. Doch für viele Unternehmen ist sie noch nicht Realität: die Welt, in der alles vernetzt und verbunden ist, in der Algorithmen Aufgaben oft besser und schneller erledigen können als Menschen und in der der Fortschritt scheinbar kein Halten mehr kennt. Dieser technologische Hype scheint zu überfordern – nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen, die teilweise noch zögern, ihre Strukturen an die neuen Möglichkeiten anzupassen.

Der IISW-Partner DHL hat seine neusten Untersuchungsergebnisse zur Digitalisierung der Supply Chain veröffentlicht und es scheint, dass viele Unternehmen wie paralysiert sind durch die schiere Menge an Informationen und Innovation. 95% der Befragten Supply Chain- und Operations-Experten gaben an, die Vorteile der Neuerungen nicht gänzlich ausnutzen zu können. Dieses Phänomen hat mehrere Gründe.
In der Erhebung, die die lharrington group LLC (LHG) im Auftrag der DHL durchführte, zeigt sich, dass auf dem Weg der Modernisierung Hindernisse liegen, die nicht zu unterschätzen sind. Der Markt für Informationstechnologien ist hart umkämpft und schnell getaktet. Fast täglich sehen sich Unternehmen mit neuen Möglichkeiten, Produkten und widersprüchlichen Informationen konfrontiert. Doch egal, ob es an der mangelnden Kompetenz des Personals liegt oder bestehende IT-Systeme nicht kompatibel sind – oft fehlt einfach die Möglichkeit, Innovationen in angemessener Geschwindigkeit betriebsintern umzusetzen. „Es ist fatal, wenn Innovation zum Modebegriff verkommt aber nicht umgesetzt wird. Gerade in der Logistik ist aber doch Schnelligkeit, der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Das sollten die Verantwortlichen auch beherzigen, wenn es darum geht, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die neuesten Technologien schnell an die Hand zu geben und sie daran auch auszubilden“, so Thomas Franke, Leiter der Initiative Innovationskraft für Sicherheit in der Wirtschaft (IISW).

„Es steht außer Frage, dass die Digitalisierung einen enormen Einfluss auf Lieferketten sowie Betriebsabläufe auf der ganzen Welt hat und dies auch so bleiben wird“, sagt Lisa Harrington, Präsidentin der LHG. „Eine zielgerichtete Strategie zur Digitalisierung der Lieferkette ist dabei unerlässlich, um einerseits die neuen technologischen Möglichkeiten für sich selbst zu bewerten und um andererseits einen Weg zu finden […] der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.“ Dies haben die Unternehmen wohl verstanden: 73% der befragten Unternehmen erkennen Big Data Analytics als eine der wichtigsten Informations- und Analyselösungen an, in das ihr Unternehmen investiert. Damit wird Big Data priorisiert, noch vor anderen Anwendungen wie dem „Internet of Things“ oder cloudbasierten Technologien. Auch Robotik wird für viele Unternehmen in der Zukunft eine Rolle in Supply Chains spielen.

Erste Fortschritte, die jedoch nicht das Potential dessen ausschöpfen, was möglich wäre. Dennoch richten sich mehr und mehr Unternehmen in Richtung Zukunft aus. Während fast 40% der Unternehmen erst dabei sind, eigene Analyselösungen zu entwickeln, wird an anderer Stelle moderne Technologie bereits genutzt. So wird bei DHL schon heute „Augmented Reality“ eingesetzt, um zum Beispiel die Kommissionierung zu beschleunigen. Auch der Kunde profitiert, da er jederzeit feststellen kann, wo sich das eigene Paket gerade befindet.

„Die Supply Chain befindet sich an einem Wendepunkt. Neue Technologien bieten beträchtliche Möglichkeiten, Kosten zu senken und die Rentabilität zu steigern. Doch gleichzeitig bedeutet das auch, dass Unternehmen abgehängt werden, die sich der Herausforderung nicht stellen“, umschreibt José F. Nava, Chief Development Officer der DHL Supply Chain die Situation.

Welche Unternehmen in Sachen Digitalisierung gewinnen werden und welche ins Hintertreffen geraten, wird sich noch zeigen. Klar ist jedoch, dass die Digitalisierung auch in der Logistik quasi vor der Tür steht. Bald schon werden Technologien wie Blockchain, Künstliche Intelligenz oder das „Internet of Things“ keine Zukunftsszenarien mehr sein sondern Alltag.

2018-09-18T16:04:49+00:0020. März 2018|Digitale Sicherheit, Lieferkettensicherheit, News|