Zusammenarbeit ist das A und O

//Zusammenarbeit ist das A und O

Zusammenarbeit ist das A und O

Sicherheit besser vernetzten – unter diesem Motto stand der diesjährige Europäische Polizeikongress, die größte internationale Fachkonferenz für Innere Sicherheit in Europa. Sie wird sowohl von der Arbeitsebene als auch von führenden Entscheidungsträgern der Sicherheitsbehörden (Kriminal-, Schutz- und Grenzpolizeien, Sicherheits- und Nachrichtendiensten) sowie der Regierungen und Parlamenten aus dem In- und Ausland als Austausch- und Informationsplattform genutzt. Ein zentrales Ziel des EPK ist es, kritische Diskussionen über aktuelle sicherheitspolitische Themen zu führen sowie Informationen zu neuesten Technologien und Trends zur Verfügung zu stellen.

Eines der Leitthemen war der illegale Onlinehandel und deren Auswirkungen. Thomas Franke , Leiter der Initiative für Innovationskraft und Sicherheit in der Wirtschaft, wurde eingeladen das Fachforum „Schmuggel 4.0: Bekämpfung des illegalen Online-Handels als Finanzquelle der Organisierten Kriminalität“ zu leiten. Entscheidungsträger aus Politik und Sicherheitsbehörden diskutierten über den Online-Handel von illegalen und gefälschten Waren –  eines der am stärksten wachsenden Betätigungsfelder der Organisierten Kriminalität.

Quelle: Behörden Spiegel/Dombrowsky

Die Diskussion verlief vor etwa 40 Gästen entlang der Konfliktlinie zwischen Lösungsvorschlägen für die Herausforderung illegaler Online-Handel und dem, was die deutsche Politik und die Strafverfolgungsbehörden bei einem Kriminalitätsbereich, der keine nationalen Grenzen kennt, überhaupt leisten können. Oliver Prothmann, Geschäftsführer vom Bundesverband Onlinehandel e.V. sprach sich dafür aus, das Wettbewerbsrecht über ein zentrale Stelle einzurichten, bei der die Händler illegale Fake-Shops melden können. Michael Kranawetter, National Security Officer von Microsoft schlug vor, bei Google&Co anzusetzen. Über diese Suchmaschinen kämen Konsumenten schließlich erst an die Fake-Shops heran.

Die Experten waren sich einig, dass Politik und Strafverfolgungsbehörden meist den aktuellen Entwicklungen hinterherhinken. Dabei agiert die Organisierte Kriminalität nicht nur in klassischen Warenkategorien, wie gefälschten Handtaschen und Parfüms. Die „Innovationszyklen“ der Kriminellen werden immer kürzer und machen auch vor innovativen Produkten nicht halt. Kaum sind die Originale auf dem Markt, werden rasch auch gefälschte Versionen im Internet verkauft. Eine zentrale Stelle für die Bekämpfung der Online-Kriminalität könnte über Zahlungsdiensteanbieter, wie zum Beispiel Mastercard, realisiert werden. Thomas Weber, Director Customer Compliance and Fraud-Manager, berichtete von Webcrawlern, über die Zahlungsdiensteanbieter Transaktionen überprüfen und Anomalien aufdecken. Auch er betonte, dass Mastercard im Fall der Aufdeckung eines kriminellen Vorgangs auf engere Zusammenarbeit mit den Behörden und der Politik angewiesen sei. Christian Zwickel vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz wies darauf hin, dass illegaler Online-Handel ein globales Problem sei, das nicht allein national gelöst werden könne. Nationalen Behörden seien hier Grenzen in der Zuständigkeit gesetzt. Eine engere Kooperation mit internationalen Institutionen wie mit dem EUIPO sei unabdingbar.

Um der massiven Ausweitung der illegalen Handelsströme vom Offline- in den Onlinemarkt entgegenzuwirken, sei vernetzter Ansatz notwendig, so ein Resümee der Diskutanten. Eine entsprechend engere Verzahnung der Strafverfolgungsbehörden mit betroffenen Markeninhabern sowie mit Handelsplattformen und Drittparteien wie Zahlungsdiensteanbietern, Logistikunternehmen und Software-Anbietern sei notwendig. Es brauche außerdem sowohl mehr Personal bei den Behörden als auch innovative, digitale Lösungen, um die ohnehin sehr personalintensive Verfolgung effizienter zu gestalten.

2018-02-16T14:32:45+00:0016. Februar 2018|News|